GORE-TEX Active Shell Jacke im Test

Bei einem Blick aus dem Fenster lassen sich die ersten untrüglichen Zeichen des Herbstanfangs erkennen. Zwischen Morgenstund und Mittagessen sind Temperaturschwankungen von 15°C und mehr, bereits einstellige Nachttemperaturen, sowie spontane Regenschauer. Aus diesen Gründen geht bei mir der Griff also immer häufiger zur Regenjacke, da vor allem in unseren Breitengraden mit schnelleren Temperaturwechseln zu rechnen ist, und je näher wir in der Alpenregion unterwegs sind, desto heftiger werden diese Wechsel.

Fast wie aufs Stichwort gehörte ich zum erlesenen Kreis der wenigen Auserwählten, die in Zusammenarbeit mit bergfreunde.de eine neue Active Shell Jacke vom Weltmarktführer für funktionelle Bekleidung Gore testen durften. Diese Jacke wirbt damit extrem atmungsaktiv zu sein, ein geringes Gewicht zu haben und einen hervorragenden „Next-to-Skin-Komfort“ aufzuweisen. Da die Jacke speziell für Einsatzzwecke mit großen körperlichen Belastungen konzipiert ist, wurde eine kleine Geocaching-Fahrradtour durch das fünf Mühlental mit vier Geocaches und rund 30 km Fahrstrecke festgelegt. Ein ständiger Wechsel von bergauf und bergab.

Als Vergleichsobjekt durfte meine alte 20-Euro-Resteverkauf-NoName-Regenjacke herhalten, welche ich aufgrund der eingebauten Sauna eher ungern trage.

Da es sich bei dem Gore Muster um ein eigens produziertes Testmuster handelt, kann ich leider nicht sagen ob diese so oder so ähnlich im Handel erscheinen wird. Aus diesem Grund werde ich im Wesentlichen auf das eigentliche Herzstück der Jacke eingehen, dem GORE-TEX Active Shell.

Das Active Shell Laminat besteht aus 3 Lagen und soll als ganzjähriges wasser- und windfestes Material dienen. Der Fokus des Materials liegt auf den Punkten Atmungsaktivität, Leichtigkeit und Wetterschutz (also Wind und Regen). Bereits beim Auspacken des Testmusters kann ein Punkt als bestätigt abgehakt werden. Das Material und auch die ganze Jacke fühlen sich sehr leicht an und wird von Gore mit maximal 400 Gramm angegeben, was je nach Größe natürlich etwas schwanken kann. Die starke Gewichtsreduzierung lässt sich ebenfalls darauf zurück führen, dass auf Spielereien und Schnippes verzichtet wurde und als minimalistische Outfit für den Extrembereich konzipiert ist.

Wie aufs Stichwort und fast wie bestellt gab es auf meiner Radeltour natürlich auch den ein oder anderen kleineren Regenschauer. Fahrtwind, Regen und körperliche Ausdünstungen, die ideale Testumgebung für das Active Shell Gewebe um sein Können zu zeigen.
Wie man es bereits von GORE-TEX Geweben kennt, blieb unter der Jacke alles trocken. Obwohl das Gewebe sehr dünn erscheint, so konnte es mehrere Minuten dem Regen stand halten und es drang keine Feuchtigkeit durch.

Im gleichen Atemzug konnte man sich auch gleich von der Winddichtigkeit und der Atmungsaktivität überzeugen. Denn während es immer schön bergauf und ab ging und sich somit Schweiß und Fahrwind abwechselten, kühlte man nicht aus.

Diese „Atmungsaktivität“ lässt sich auch messen und nennt sich „Resistance to Evaporating Heat Transfer“, der Dampfdurchgangswiederstand eines Gewebes, oder einfach nur RET bezeichnet. Die einzelnen Werte stehen für: 0-6 = sehr gute Durchlässigkeit, 6-13 = gute Durchlässigkeit, 13-20 = zufriedenstellende Durchlässigkeit und 20+ = unbefriedigende Durchlässigkeit.
Für die GORE-TEX Active Shell wird ein RET Wert von 3 angegeben, somit also eine sehr gute Durchlässigkeit.
Mir liegen zwar keine Messwerte meiner alten Regenjacke vor, aber diese liegen deutlich über 20+.

Quint Essenz des Tests: Das Herzstück und Aushängeschild der Jacke, das GORE-TEX Active Shell Gewebe, ist absolut top! Das Material hält was der Hersteller verspricht und es sind deutliche Unterschiede NoNameprodukten spürbar.
Das Gewebe ist speziell für die extreme Beanspruchung konzipiert, wie Trail Running, Moutain Biking und Speedklettern.
Die ersten großen Hersteller wie z.B. Mammut, Haglöfs und The North Face haben das Active Shell Gewebe bereits für die Winterkollektion 2011/2012 aufgenommen.

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