Geocaching.com jetzt ohne Google Maps

Bereits im April letzten Jahres angekündigt und im Oktober umgesetzt, wurde die Einbindung von Google Maps in Webseiten kostenpflichtig. Dies galt jedoch nicht pauschal für alle, sondern nur für Seiten bei denen die Map mehr als 25.000 mal pro Tag aufgerufen wurde. Pro weitere 1.000 Aufrufe sollte eine Lizenzgebühr von 4 USD anfallen.

Laut Aussage von Google sind lediglich 0,35% der Websites davon betroffen die Google Maps verwenden. Eine dieser betroffenen Seiten ist nun geocaching.com, die mit einem täglichen Aufruf von etwa 2.000.000 zu buche schlägt. Dies ergäbe laut der genannten Preise von Google eine Lizenzgebühr von 6.000 Euro … täglich! Um diese zusätzliche finanzielle Belastung nicht an die Geocachinggemeinschaft weiter zu geben (hiervon betroffen alle Premium Mitglieder), hat Groundspeak entschlossen sich von Google Maps zu trennen und stattdessen auf Open Street Map zu setzen.

Das Ergebnis des Kartenwechsels kann auch bereits unter www.geocaching.com/map bewundert werden. Großer Vorteil: Das OSM Kartenmaterial ist vor allem in Ballungsgebieten deutlich detailreicher und zeigt besonders für Geocacher zusätzliche nützliche Trampelpfade an. Großer Nachteil: Es gibt keine Satellitenansicht mehr. Diese konnte vor allem für die Wegfindung sehr hilfreich sein oder den entsprechenden Hinweis geben um welche Häuserecke es sich handelt. Vor allem in Gebieten mit schlechten GPS Empfang waren die Satellitenbilder sehr nützlich.

Einerseits macht die Entscheidung von Google Sinn ein Lizenzmodell für große Anbieter einzuführen, schließlich dient das Kartenmaterial als deutliche Verkaufsförderung der Produkte (z.B. für Immobilien oder Hotels). Andererseits hat sich Google damit auch ins eigene Fleisch geschnitten, da mit Open Street Map ein mittlerweile gleichwertiger und vor allem kostenloser Gegner mit im Ring steht.
Aufgrund der immer weiter wachsenden OSM Community legt das Kartenmaterial täglich an Qualität zu und könnte auf langfristige Sicht Google Maps als Platzhirsch den Rang ablaufen. Genauso auch für Erstlingscacher die ganz ohne GPS Gerät unterwegs sind.

Der Wechsel von Groundspeak zum OSM Kartenmaterial ist eine win-win Situation für beide. Denn Geocacher sind durch Ihre GPS Geräte der ideale Nachschub an neuem Kartenmaterial in abgelegeneren Gebieten für OSM. Vielleicht kommt es früher oder später sogar noch zur Kooperation zwischen Groundspeak und OSM, dass zum loggen nicht nur die Fieldnotes eingereicht werden sondern gleich der ganze GPS Track.

8 Kommentare zu “Geocaching.com jetzt ohne Google Maps”

  1. TheBigMG sagt:

    Im Grunde gebe ich den obigen Zeilen recht. Doch wird OSM die Serveranfragen langfristig auch bedienen können? 2 Mill Anfragen täglich zusätzlich zu dem vorhandenen Traffic benötig schon eine gute Infrastruktur. Ich für meinen Fall finde den Aufbau, besonders zu Stosszeiten, zu langsam. Aber geben wir OSM eine Chance die Kapazitäten auszubauen …

  2. JensHN sagt:

    Ich denke mit steigender Zahl der Nutzer steigt auch die Bereitschaft für Spenden, bzw. es wird regelmäßige Aufrufe der einzelnen Vereine und Institutionen geben die Geld für OSM sammeln, ganz so wie man es von Wikipedia bisher auch kennt.
    Mit mehr Geld steigt entsprechend auch das Budget für bessere und schnellere Hardware.

  3. ichbins sagt:

    Hoffen wir mal lieber, dass OSM&Co. ein Gebührenmodell für gerenderte Karten entwickeln. GS und gpsies greifen z.Zt. zwar defaultmäßig auf mapquest zu, aber wer weiß wie lange noch…und wie viele Nutzer auf den OSM-Button klicken.

  4. Leif sagt:

    Wieso wurde eigentlich nicht Bing verwendet? Bisher habe ich es zwar noch nicht allzu häufig genutzt, aber wenn es der Fall war fand ich es gar nicht so schlecht. Oder mangelt es hier an einer API/Lizenzmodell?

  5. JensHN sagt:

    @ Leif: Bing ist das gleiche wie Google Maps in Grün. Hier besteht also ebenfalls die Gefahr dass irgendwann ein untragbares Lizenzmodell eingeführt wird und dann erneut der Kartenlieferant gewechselt werden muss.
    Bei OSM wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein kostenpflichtiges Lizenzmodell geben, da von User für User.

  6. MarcoK sagt:

    welche win-win situation? OSM war schon seit Jahren in geocaching.com integriert und stand als Kartenmaterial zur Verfügung. Trotzdem 2 Mio Zugriffe auf google map, was jetzt nicht mehr geht

  7. Diegutemiene sagt:

    Was das Problem mit der Satellitenansicht angeht (finde ich auch sehr schade): Ich kopiere die Koordinaten des Caches direkt nach Google Maps, dort gibts die Satellitenansicht ja noch :-) Den Grünen Pfeil finde ich sogar genauer (wenns um die richtige Hausecke geht), als die dicke Dose.

  8. Andy84 sagt:

    Mir fehlt die Satelliten-Ansicht!!!!! Gerade für die Planung oder Unterwegs war sie mir stets eine verlässliche Hilfe!!

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