Produkttest: Mammut Ridge Low WL GTX Schuhe

Jährlich grüßt das Murmeltier, oder besser gesagt das Mammut. Nach maximal 1-2 Jahren sind meine Mammut-Stampfer an den Füßen durchgelaufen und es wird wieder Zeit für ein neues Modell. Da ich abgesehen von der Lebensdauer mit der Qualität und Verarbeitung von Mammut Schuhen sehr zufrieden bin und es leider auch nur wenige Schuhhersteller in diesem Segment gibt die ein großteil ihrer Modelle auch in der Größe 49 anbieten, soll auch der Nachfolger meiner Mammut Redburn Pro wieder aus dem Hause Mammut kommen.

Bisherige Schwachstelle waren bei allen Mammut Schuhen die Sohle, welche schnell weich wurde und dann auch ganz schnell durch war. Nachdem der Redburn Pro noch ein Approach Schuh war, geht es dieses mal direkt in den Klettersteig. Mit dem Mammut Ridge Low WL GTX habe ich mir einen LowCut Schuh ausgesucht, der zwar für Wandern und Bergsteigen geeignet ist, aber grundsätzlich für den Klettersteig optimiert ist. An dieser Stelle auch wieder ein großes Dankeschön an die Bergfreunde, die mir den Schuh zur Verfügung gestellt haben.

Meine Anforderungen an Schuhe haben sich eigentlich nicht wesentlich geändert. Das Haupteinsatzgebiet ist zum Geocachen, was also wechselhafte Untergründe von Wiese bis Steilwand bedeutet. Meine Wahl fiel auf den Mammut Ridge Low WL GTX, da ich mir durch den LowCut (Halbschuh ohne hohe Schnürung) einen bequemen Schuh erhoffte, der aber durch die Klettersteigoptimierung eine feste und hoffentlich langlebige Sohle hat. Ob dieser Plan wirklich aufging, gibts im Fazit. :-)

Zum Schuh selbst: Die Oberflächenmaterialien bestehen zum größten Teil aus Velour-Leder und Gummi. Besonders über die große Gummi Stoßkappe bin ich immer sehr dankbar, da meine Schuhe nach einem Jahr sonst noch schlimmer aussehen würden. Das Low im Name steht für die bereits angesprochene LowCut Variante, das WL steht für eine extra weit geschnittene Passform des Schuhs. Ich konnte hier jedoch keinen wesentlichen Unterschied zu meinen bisherigen Mammut Schuhen ohne weite Passform feststellen. Die wenigen Stoffelemente die äußerlich sichtbar sind bestehen wie gewohnt aus Gore-Tex Gewebe, um genau zu aus einem Gore-Tex Performance Comfort Footwear-Membran. Für den Unterbau wird eine neu entwickelte gripex IronGrip Sohle mit integrierter Sonar Technologie verwendet. Was dies aber genau bedeutet, diese Antwort bleibt der Hersteller leider schuldig. Die Sohle hat aber flexible Lamellen und “Spezial-Stollen” welche insbesondere auf dem Klettersteig für eine höhere Griffigkeit sorgen sollen.

Das erste was einem nach dem Auspacken auffällt ist das hohe Gewicht, welches vor allem durch die massive Sohle kommt. Die Schuhe bringen es auf ein Gesamtgewicht von 1.050 Gramm, was im Schnitt ca. 200-300 Gramm über meinen bisherigen Mammut Stampfern liegt, oder anders formuliert: Eine Gewichtszunahme von ca. 20-30%. Man muss aber Stark aufpassen nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, denn das Modell Ridge gibt es auch als Bergschuhvariante und die bringt es auf stolze 1.380 Gramm, womit man im Vergleich also 31% Gewicht mit der Low Variante einspart. Die Materialien fühlen sich hochwertig an und sind gut verarbeitet, die Sohle ist komplett verwindungssteif. Das Innenmaterial ist weich aber liegt trotzdem fest am Fuß. Für mich sehr gewöhnungsbedürftig war die Gewichtsverteilung, denn durch den LowCut fehlt der hohe Schaft, aber man hat trotzdem eine massive Sohle. Gerade auf festen Untergründen wie Asphalt läuft man häufig wie ein Pinguin, da man den Fuß nicht abrollen kann. Man könnte aufgrund der Sohlenbezeichnung IronGrip wirklich auf die Idee kommen, dass darin eine Eisenplatte verbaut ist.

Was mir sehr gut gefallen hatte war eine zusätzliche Lippe aus Leder oberhalb der Schuhlasche. Diese legt sich an den Fuß an und verhindert so, dass kleine Steine in den Schuh fallen können, was durch den fehlenden Schaft schnell passieren kann.

Fazit:
Der Mammut Ridge Low WL GTX ist rein Qualitativ ein absoluter Top Schuh. Vom Einsatzgebiet ist er jedoch sehr speziell, weshalb man sich vorher genau überlegen sollte, für welche Einsatzgebiete man ihn tragen möchte. Durch den LowCut verwechselt man ihn schnell mit einem Approach-Schuh oder von der Form mit einem normalen Halbschuh. Dafür ist der Schuh aber nicht konzipiert und spielt seine Stärken wirklich erst im Gebirge aus wenn es Richtung Klettersteig geht. Mir persönlich ist in solchem Gelände aber ein Schuh mit hohem Schaft deutlich lieber, denn auch wenn der Schuh bombenfest am Fuß sitzt, so hat man einfach das Gefühl, dass man leicht nach oben rausschlüpfen könnte (was aber nie passiert ist). Der Ridge Low ist kein richtiger Bergstiefel, aber auch kein Approach-Schuh. Eher irgendwas dazwischen. Dies macht es aber auch relativ schwer ihn mit anderen Schuhen zu vergleichen, da er weder Fisch noch Fleisch ist.

Mein Plan mit der weich werden Sohle ging leider nicht auf. Während bisher bei allen Mammut Schuhen die Sohle nach kurzer Zeit sehr weich und geschmeidig wurde, ist beim Mammut Ridge die Sohle auch nach über einem halben Jahr noch immer knüppelhart. Für eine normale Geocaching-Tour mit viel Asphalt ist er daher weniger geeignet. Es sollten schon T4 und T5 Caches sein, die ein deutlich anspruchsvolleres Gelände bieten.

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