Der erste Nachtcache

Auf dem Rückweg vom Helfenberg stellten wir fest das es immer noch nicht sonderlich Dunkel war und die Zeit vielleicht noch für einen kurzen Cache reichen könnte. Zuhause angekommen zog ich mir schnell alle relevanten Daten zum Cache Staufenberg auf mein PDA, meine holde Begleiterin holte die Maglites und schon ging die Fahrt Richtung Heilbronn zum Staufenberg los.

Ich meinte noch ganz großkotzig:

Jaja, das Gebiet kenn ich so halbwegs. Da brauch ich keinen Plan wie man hinkommt, ich weiß wo man da parken kann. Da ist son Kleintierverein, da kann man parken und dann einfach dem Weg zum Berg folgen.

Gesagt, getan. Hingefahren, geparkt und los gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt begann es im übrigen auch schon zu Dämmern aber unbeeindruckt davon stapften wir weiter unseren Weg entlang. Nach knapp 10 Minuten stellten wir … oder besser gesagt ich:

Oh hier führt ein Weg her und da drüben kann man Parken. Mist, hätte ich vorher auf den Plan geschaut hätten wir uns die letzten Minuten Bergwanderung ersparen können.

Natürlich sagt MANN sowas nicht laut! Vor allem nicht wenn im Team auch noch Frauen sind! Stattdessen wanderten wir weiter unseren Weg, immer weiter in die Dunkelheit. Wieder nach knapp 10 Minuten stellten wir fest das der Weg unerwartet in den Weinreben endete! Doof! Aber Weinberge haben den Vorteil das man den einfachen Weg über die geteerten Wege nehmen kann oder den komplizierten Aufstieg durch die Reben vornimmt. Da Ersteres nicht mehr möglich war blieb nur noch Hose runterkrempeln und ab durch das 50 cm hohe zeckenverseuchte Grass.

Nach einigen Minuten erreichten wir dann auch den Gipfel und wurden von einem wunderschönen Nachtausblick über Heilbronn belohnt. Da es aber bereits 22 Uhr geworden war und die Lichtverhältnisse doch stark nachgelassen hatten, hieß es zur Maglite greifen und mit der Suche beginnen, schließlich stand uns ja auch noch der Abstieg bevor.

Wir suchten und die Zeit verging. 10 Minuten – am Kreiz, am Häuschen – 20 Minuten später – an der Mauer, am Geländer – 30 Minuten später – IM Haus, an den Weinreben – 40 Minuten später – wir zerpflückten sogar die Blumen am Gipfelkreuz – 50 Minuten später – Ich hob jede Nacktschnecke hoch um unter ihr zu suchen. All das Suchen brachte uns aber nicht zum gewünschten Cache. Tausende male beteten wir den Hinweis vor uns hin:

Wenn ihr die zwei Türme seht ist er hinter euch. Er wird von magischen Händen gehalten.

Gegen 23 Uhr war die Nacht nun total über uns hereingebrochen und wir hatten so ziemlich jeden Stein umgedreht den man nur drehen konnte, selbst eine junge Zauneidechse hatte ich in ihrem Schlaf gestört. Im Anbetracht der Tatsache das dies wohl unser erster Cache war den wir nicht gefunden hätten packten wir wieder unsere Sachen und wollten mit dem Abstieg beginnen.

Beim gehen drehte ich mich nochmals um und sah zufällig an der Wand des Häuschen eine Inschrift in deren Letzten Satz stand “… von Gottes Hand”.

Moment mal! Hand? Gott? Magisch? Hinweis!? ALLES HALT! ICH HAB WAS!

Ich suchte wie blöd nochmal das ganze Ding ab und tatsächlich da war er! Er war außerhalb unter den Bänken mit einem Magnet befestigt. Wir wurde zwar schnell klar das mit magischer Hand zwar der Magnet gemeint war und es nicht im geringsten etwas mit der Gottes Hand in der Inschrift zu tun hatte, aber dies war mir in diesem Augenblick des Glückes sowas von egal!
Somit hieß es dann schnell loggen, wieder verstecken und mit dem Abstieg beginnen, des es war mittlerweile stock dunkel und es zog auch ein recht frischer Wind über den Berg.

Aufgrund dessen das es bereits so dunkel war das mein seine eigene Hand vorm Gesicht nicht mehr sehen konnten beschlossen wir nicht den Weg durch die Reben zu laufen sondern dem asphaltierten Weg zu folgen. Schließlich muss der ja auch irgendwo hinführen und das kann nicht unweit vom Auto sein. …. Falsch Gedacht, möchte ich an dieser Stelle erwähnen!

So wanderten wir weiter unseren Weg der komischerweise immer weiter von Heilbronn weg führte und dummerweise auch noch genau in ein Waldstück welches bei vollkommener Dunkelheit doch sehr vertrauenserweckend scheint wenn man nicht den kleinsten Schimmer hat wo man sich gerade auf diesem Globus befindet. Wie es der Zufall wollte machte auch noch unsere Maglite schlapp und wir hatten nur noch zwei kleine Popel-Lampen in denen eine kleine Mini-LED vor sich hinleuchtete.
Beim zwanzigsten knackenden Ast dachten wir uns dann:

OK! Zur Standardausrüstung gehört ab heute auch ein Pfefferspray! Denn ich hab kein bock auf Wildscheinrudel!

Am Folgetag wurden im übrigen gleich zwei Stück gekauft und im Rucksack verstaut! Aber nochmal zurück zum Wald:
Nach vielen vielen Minuten laufen und Schweißausbrüchen hörten wir in der ferne eine Landstraßen. JUHU! Zivilisation, bzw diese Straßen führen zumindest in aller Regel wieder dorthin zurück! An der Landstraße angekommen stellten wir dann schnell fest das dies NICHT MEHR Heilbronn ist sondern bereits zu Flein gehört. Zum glück wusste ich aber das diese Straße nach Heilbronn und somit zum Auto führt. Nach weiteren 15 Minuten Landstraßenwandern kamen wir dann endlich erschöpft aber glücklich am Auto an!

Aus einem ursprünglich kurzen Trip wurde dann eine DREI Stündige Nachtwanderung! Aber hauptsache den Cache geloggt!

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