Garmin Colorado 300 Test I – Gehäuse

Als erstes natürlich die Hardware in Augenschein genommen. Vorher ein Garmin etrex Vista HCx gehabt, das noch ein schnuckliges Handyformat hatte, ist das neue Colorado jetzt doch ein recht großer Knochen mit Antennenknubbel. Das Gehäuse selbst liegt aber gut in der Hand und ist durch die komplett gummierte Rückseite recht rutschfest.

Noch bevor das Gerät eingeschalten war, stellten sich bereits die ersten Konstruktionsfehler dar. Eine nette Idee von Garmin ist der mitgelieferte Karabinerhaken, so kann man das Gerät schnell griffbereit an der Kleidung/Rucksack fixieren. Leider ist die Konstruktion der Befestigung des Karabiners nicht ganz durchdacht. Auf der Rückseite des GPS befindet sich eine Metallschiene auf die die Plastikschiene des Karabiners geschoben werden “soll”. Also bei meinem Gerät ist dies ohne Daumenbrechen nicht(!) möglich! Die Schienen müssen mit sehr viel Gewalt in einander geschoben werden.

Für mich habe ich jetzt die Lösung gefunden, dass es auch reicht wenn man nur eine der beiden Schienen zusammen steckt, so lässt sich der Karabiner schnell befestigen und hat auch bei den ersten Wurftests auch gehalten (glücklicherweise).

Leider offenbart sich nach der Befestigung des Karabiners bereits der nächste Konstruktionsfehler dieses Schmuckstücks! Wenn die Schienen erstmal mit viel Gewalt in einander geschoben wurden, lässt sich das Gehäuse nicht(!) mehr öffnen um z.B. die Akkus zu wechseln. Man muss also erst wieder die Schienen mit viel Gewalt auseinander ziehen, der Gehäuse öffnen, Akkus tauschen, Gehäuse schließen und dann die Schienen wieder mit viel Gewalt zusammen schieben.

Eigentlich war ich anfangs von diesem Karabiner sehr begeistert, aber nachdem ich das Gehäuse gestern einige male öffnen musste wegen Akkus und Seriennummer, tun mir meine Daumen so weh, dass ich jetzt vorerst darauf verzichtet habe den Haken wieder anzubringen.

Wenn man sich weiter das Gehäuse anschaut, erkennt man weitere Stellen die im Alltag problematisch werden könnten. Der USB-Anschluss wird nur von einer Gummilasche bedeckt. Da kann ich mir durchaus vorstellen, wenn das Gerät erstmal 1-2 Jahre im Gebrauch ist diese porös wird, risse bekommt oder sogar abreißt! Dies hätte man durchaus eleganter lösen können, aber diese Gummilasche ist ja nichts neues, denn das Garmin etrex Vista Cx hatte ebenfalls eine ähnliche Suizid-Konstruktion.

Laut Garmin ist das Gerät Wasserdicht nach IPX7 Standard. Um genau zu sein heißt das:

Prüfung durch vollständiges Untertauchen in Wasser
Prüfbedingungen: Eintauchen in Tauchgrube
Wasseroberfläche X mm über höchsten Punkt des Gehäuses [> 150 mm] (Geräte > 850 mm)
niedrigster Punkt des Gehäuses 1 m unter Wasseroberfläche (Geräte < 850 mm)
Prüfdauer: 30 min
Temperatur des Wassers: Gehäusetemperatur ± 5 K

Das klingt zwar soweit ganz gut, aber am Gehäuse sind doch einige Lücken zu finden, die die Wasserdichtigkeit des Gerätes nicht gerade unterstützen. Auch wenn das Gerät tatsächlich die Angegebenen Werte im Wasser schafft (was ich mit meinem Gerät nicht unbedingt ausprobieren will), so sehe ich in den ganzen Lücken eher ein ästhetisches Problem, da sich bei exzessiven Outdoorgebrauch (wofür das Gerät ja gedacht ist) der ganze Dreck darin festsetzt. Ich denke auch hier hätte man die Gehäusekonstruktion ohne großen Aufwand verbessern können. Beim etrex Vista fand ich das etwas besser gelöst, das rundum vollgummiert ist und nur “Dreckspalten” rund um den abnehmbaren Deckel hatte.

So, das war es fürs erste. In den nächsten Tagen kommen dann die Ergebnisse der weiteren Tests.

5 Kommentare zu “Garmin Colorado 300 Test I – Gehäuse”

  1. Gecko-1 sagt:

    Bei mir geht der Karabiner leicht rauf und runter. Deine Einschienentechik würde ich dir nicht empfehlen, das wird auf Dauer bestimmt nicht halten. Ein Absturz unter Verlust des Gerätes ist da weitaus ärgerlicher als die anfänglichen Fingerschmerzen. Das wird nämlich mit der Zeit leichter gehen.

    Der Spalt muss leider sein, scheinbar geht das nicht anders wegen der Gummidichtung, sonst würdest du wohl das Rückenteil nicht rankriegen.

  2. Yurn sagt:

    Ein Tipp für das Aufschieben und Lösen des Karabiners:
    Bei mir ist das nur deshalb so schwer, weil eine Naht des Nylonbands, an dem der Karabiner festgemacht ist, unter der Schiene liegt, wenn man diese aufschieben will. Das ist deshalb so, weil zwei Schichten von dem Nylonband übereinanderliegen.
    Daher ziehe ich das Nylonband beim Aufschieben an der Stelle, wo es durch das schwarze Plastik der Schiene läuft, nach außen (bzw. oben, wenn man drauf guckt.) Das führt dazu, daß die Stelle mit dem Doppelnylon und der Naht in die Lücken der Schiene gezogen wird. Dann kann man den Karabiner ganz einfach draufschieben.

    Ich würde auch nicht nur eine Schiene nutzen. Das ist zu gefährlich meiner Meinung.

  3. René sagt:

    Das Nylonband kann man rausnehmen. Der Plastiksteg wo das Nylonband umschlungen ist, ist nicht durchgehend.
    Rausnehmen und umdrehen so dass die Naht nach oben liegt.

  4. [...] schon berichtet ist mein Karabiner-Clip des Colorado 300 ohne Daumenbrechen kaum anzubringen. In den Kommentaren [...]

  5. Hobbyradler sagt:

    Wie kann man sich ein Gerät kaufen und dann alles bemängeln was im Vorfeld, beim Händler, hätte erkannt werden können?

    Dies ist alles andere als ein Test.

    Ciao

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