Kein Fisch in Hamburg

Wie bereits verkündet, sind wir aus unseren Urlaub in Hamburg zurück. Hamburg ist sooo gross und wir haben soviele Eindrücke gesammelt, die müssen die nächsten Wochen erstmal Stück für Stück verarbeitet werden. Aber fangen wir doch mal ganz von vorne an.

Dienstagmorgen, 10 Uhr am Stuttgarter Flughafen. Noch halb im Tiefschlaf warteten wir auf unsere AirBerlin-Maschine die uns nach Hamburg bringen sollte. Zu meinem Nachteil hat Anja nicht nur Höhenangst, sondern auch noch Flugangst (warum man genau dann einen Fensterplatz nimmt ist mir bis heute ein Rätsel)! Diese Ängste machten sich vorallem bei Start und Landung sehr Schmerzhaft an meinem Unterarm bemerkbar! Es ist ja nicht so dass sie keine Beruhigungstabletten dabei gehabt hätte, doof nur wenn diese im Koffer waren, der beim Check-In aufgegeben wurde.
Zu meinem Vorteil war die Flugzeit echt ein Witz! Die Gesamtflugzeit von Stuttgart nach Hamburg betrug gerade mal 50 Minuten und der Pilot ist tatsächlich auf eine Flughöhe von 11,5 km gegangen … oder anders ausgedrückt: Die reine Flugzeit auf Flughöhe betrug ganze 9 (NEUN!) Minuten, der Rest war Start und Anflug.

Wusel-wusel, hin und her, Bus raus Bahn rein, und kurz vor 12 waren wir bereits an unserem Hostel! Da wir das Zimmer aber noch nicht beziehen durften, ging es schonmal auf eine kleine Erkundungstour. Ganz klar, unser erstes Ziel war St. Pauli das nur zwei Stationen weiter lag … was bei Tageslicht aber doch recht unspektakulär ist. Aber immerhin waren wir bei der bekanntesten Tankstelle Deutschlands und auch beim Penny Markt der aus einigen Dokumentationen bekannt ist … und sogar mit “Original Obdachlose” aus der Doku (Irgendwie ist das komisch, dass man die Namen der Schnapsleichen kennt, obwohl man Sie zum ersten mal sieht. Fernseh machts möglich!).
Nach dem beziehen des Zimmers ging es dann noch zu einer gemütlichen Abendrunde an die Landungsbrücken und einem Spaziergang an der Elbe lang bis zum Fischmarkt. Tada, und schon waren die ersten drei Founds auf dem Zähler. Übrigens wird Hamburg Nachts von Mutantenspinnen regiert!! Das ist der Hammer was da Nachts so alles Krabbelt, Hunderte, Tausende Riesige Mutantenspinnen! Egal wo man hinsieht! Wir haben uns kaum getraut in die Lücken und Ecken zu Fassen um an die Caches zu kommen, denn die Riesenbiester waren echt ÜBERALL!


Die folgenden Tage verliefen eigentlich fast immer gleich. Um zwölf das Hostel verlassen, was Frühstücken gehen, Sehenswüdigkeiten besuchen und Caches die in der Nähe lagen mitnehmen. Wenn die Füße dann Abends noch nicht blutig genug waren ging es mit der U-Bahn noch in irgendeinen Stadtteil und es wurden ein paar einfache Caches abgegrast.

Was ich sehr toll Fand, dass die Caches von Leuten gelegt wurden, die ich noch nicht kannte. Denn bei uns in der Region kennt man seine “Pappenheimer” und irgendwann auch die Art und Weise wie sie ihre Caches verstecken (oft kann man am Name des Versteckers schon sagen wie der Cache versteckt ist). In Hamburg erwarteten uns jedoch einige neue Ideen.

 !!! ATCHUNG SPOILER !!!
Der folgende Text enthält Informationen zu Caches wie sie gefunden werden können. Wenn du das Rätsel des Caches selbst lösen willst, dann ab hier nicht weiterlesen!

Die beste Idee war ein Versteck in der Nähe des Speicherstadt. Ein 3 Sternecache, aber auch nur weil laut Beschreibung einige andere in Hamburg diese Art von Versteck bereits nachgemacht haben. Bei diesem Cache habe ich gelernt, dass der Behälter nicht immer “3-Dimensional” sein muss, sondern auch nur 2D sein kann! An der Elbe entlang sind immer wieder einige Infotafeln aus Metall. Das Logbuch wurde flach auf eine flexible Magnetplatte gelegt und auf der Rückseite der Tafel befestigt. Solche Magnetplatten kenne ich eigentlich nur von Fahrschulautos, die so schnell Ihre Fahrzeugbeschriftungen anbringen und entfernen können. Da ich sowas hier bei uns noch nicht gesehen habe, werde ich mich mal auf die Suche nach solchen Magnetplatten machen, denn ich finde diese Versteckart sehr praktisch für urbane Caches, da sie selbst beim direkten anstarren und anfassen sich nicht als Cachebehälte rzu erkennen geben (Edit: mittlerweile bei Amazon fündig geworden).

Eine weitere schöne Idee und auch lustige Situation ergab sich noch an der Michel Kirche. Dort wartete ebenfalls ein 3 Sterne Cache auf uns. Da durch rumschauen kein Cache zu finden war, studierte ich erstmal alle Logeinträge um irgendwelche zusätzlichen Hinweise rauszufiltern. In dem Augenblick kam ein Rudel von 5 Leuten in unsere Richtung von denen einer ein GPS in der Hand hatte … das konnten nur Geocacher sein.  Da dort die Hauptkirche war und die Uhr Nachmittag Schlug, war nicht gerade wenig los und wir mussten uns so unauffällig wie möglich verhalten. Der Stoßtrupp der aber auf uns zu kam war alles andere als unauffällig. Ich steckte erstmal das GPS in die Tasche um uns nicht gleich als Geocacher zu outen. Die einzelnen Leute schwärmten aus und untersuchten jeden Stein, bückend, kriechend, hüpfend … so auffällig wie möglich eben. Wir schüttelten nur den Kopf wie man so auffällig und offensichtlich an so öffentlichen Plätzen suchen konnte, aber nach 10 Minuten war der Spuk vorbei und der Trupp zog ohne Fund wieder ab.

Dies war natürlich ein weiterer Anspurn  für uns, den Cache jetzt auf jeden Fall zu finden. Ein Blick, ein Fingerzeig und schon hatte Anja den Cache in der Hand. Er war raffiniert in einem hohlen Schild versteckt, welches man wirklich nur sah, wenn man sich hinsetzte und den Blick durch die Gegend schweifen ließ.

Genau Gegenteiliges erlebten wir auf dem Marktplatz. Der Cache selbst ist recht einfach und auch verhältnismäßig gut sichtbar angebracht. Die Schwierigkeit liegt jedoch beim loggen, da vor dem Rathaus auf dem Marktplatz nicht gerade wenig los war. Pussy-Cacher kommen Nachts wenn nichts los ist, aber wir wollten den Cache direkt vor den Augen aller Muggels und sogar einiger Polizisten loggen. Glücklicherweise hatte ich wieder meine Spiegelreflexkamera zur Hand. Anja stieg auf das Geländer und es gab ein improvisiertes Fotoshooting vor dem Rathaus. Einige Muggels kamen vorbei, lachten, winkten, aber keiner merkte wie Anja ihre flinken kleinen Frauenfinger in das Versteck huschen ließ und den Behälter raus zog. Auffälligkeit ist manchmal die beste Tarnung!

Das waren im wesentlichen auch schon unsere Geocaching-Highlights, denn alle anderen Caches waren einfache 1/1er die wir nur nebenbei auf unserer Kulturtour mitgenommen hatten. Die beste Sehenswürdigkeit war in Hamburg übrigens das Miniaturwunderland (mit dazugehörigen Cache). Wir hatten dort Stunden verbracht und ich hätte noch Tage bleiben können, da man regelrecht erschlagen wird von den Millionen von kleinen Details! Der absolute Hammer! Ein besonderes Highlight war übrigens auch der Globetrotterladen, denn dort gab es zum ausprobieren der Outdoorklamotten eine Kältekammer mit -30°C und einer Wärmebilkamera, echt cool … vorallem im T-Shirt und Shorts!

Leider bin ich auch etwas enttäuscht von Hamburg. Ich hatte mich schon so richtig auf lecker frischen Fisch gefreut (was bei uns im Süden eher Mangelware ist)! Ich hatte irgendwie die Hoffnung dass es dort hunderte von leckeren Fischbrötchenbuden gibt, die den frisch gefangenen Fisch direkt anbieten. Leider war Fisch doch ziemlich Mangelware, im Gegensatz zu Döner! Wir waren in den 8 Tagen 9 mal beim Döner, aber leider nur einmal an einer Fischbude. Beim ersten Besuch der Landungsbrücken freute ich mich schon auf lecker Fisch, aber was ich vorfand war “Nordsee” was es auch bei uns in Heilbronn in der Stadt gibt.
Die einzige Gelegenheit bot sich auf dem Fischmarkt, aber der machte schon um 5 Uhr aus, was uns doch etwas zu früh war!

Hier noch ein paar visuelle Impressionen aus Hamburg:

 

3 Kommentare zu “Kein Fisch in Hamburg”

  1. [...] 4.9.08 Besuch in Hamburg Posted by Michael Zielinski under Geocaching, Hamburg   JensHN von http://www.geocaching-blog.de hat unlängst unsere schöne Stadt besucht und dabei seine Geocaching Erlebnisse geschildert. Hier geht zu seinem Artikel [...]

  2. Locke sagt:

    Interessanter Bericht. Schön, dass es Euch bei uns im Norden grundsätzlich gefallen hat (wobei ich nicht aus HH bin).

    Schade, dass Ihr offenbar nicht einen einzigen Mystphi gemacht habt – (fast) egal welcher von ihm wäre garantiert Euer Highlight gewesen.

    Wo ist denn Bild 21 von 28 ?

    Gruß aus Marzipan.Stadt. Locke.

  3. alligateuse sagt:

    @Locke
    das Bild wurde im Miniaturwunderland aufgenommen. Ist wohl der Steuerstand o.ä., wo man die kleinen Welten auf dem Monitor überwachen kann.

    @Jens und Anja
    Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß in Hamburg. Hättet ihr das mit dem Fisch mal vorher gepostet, da hätten wir euch sicherlich was empfehlen können, was über Nordsee hinaus geht ;)

    Grüße von frau tÖse

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