Colorado für Masse statt Klasse

Vor zwei Wochen waren wir Sonntags noch auf einem Mittelaltermarkt in Bad Wimpfen, welcher wegen der noch gut erhaltenen Altstadt ein super Ambiente ist. Als semiprofessioneller Cacher mit der neusten Technik, füttert man sein Colorado vorher noch binnen Sekunden mit der neusten PocketQuery aus der Region (also 500 Caches) und stapft Blind los. Nach dem Mittelaltermarkt wurde das GPS angeschmisse und immer der näheste Cache angefahren.

Einige 1/1er Micros aber auch einige historische Caches mit Hintergrundinformationen. Leider haben wir irgenwann festgestellt, dass es eigentlich nur noch ein abgrasen der Caches war. Die Beschreibung auf dem Colorado wurde nicht gelesen, sondern der Cache wurde direkt angefahren (soweit möglich) und ggf. der Hint hinzu gezogen.

Früher sah das alles noch anders aus mit unseren Google Ausdrucken. Für eine 2 Stunden-Cachetour gingen vorab mindestens 2-3 Stunden Planung drauf. Es wurde sich jeder Cache einzeln angesehen, durchgelesen, studiert und überlegt ob und wie man an den Cache kommt, damit man passend dazu die Karten drucken konnte. So vergingen für jeden Cache locker 10 bis 15 Minuten Vorbereitungszeit und man kannte quasi jeden Cache auswendig den man macht.

Heute läd man sich innerhalb von wenigen Sekunden eine Pocket Query mit 500 Caches (und mit zusätzlicher Software auch mehr) aufs GPS, ohne auch nur den Namen des Caches lesen zu müssen.

Vor Ort muss man auch keine Ordner voll mit ausdrucken studieren welcher der nächste Cache auf der Tour ist, denn das Colorado gibt einem alles schön  vor. Ich hab für mich dann auch festgestellt, dass das lesen von längeren Texten auf dem Colorado irgendwie sehr mühsehlich ist und mitten im Wald oder unter Urban-Muggel. Hinzu kommt dass alle Bilder und formatierungen fehlen, was gerade bei historischen Caches die mit passenden Fotos ausgearbeitet wurden sehr schade ist. Daher beschränkt man sich vor Ort eher auf den Hint und ggf. noch auf die Logeinträge.

Die Vorbereitungszeit empfand ich früher zwar recht nervig, da ich die 2-3 Stunden lieber cachen gegangen wär als sie vorzubereiten, aber wenn ich das cachen früher ohne GPS und Ausdrucke mit dem cachen von jetzt mit Hightech vergleiche, muss ich sagen ist früher doch eindeutig mehr hängen geblieben.

Noch schlimmer finde ich es eigentlich für Anja, denn während wir früher zusammen die Caches vorbereitet hatten und jeder mitbekam um was es bei dem Cache ging, so weiß Sie heute nach der Tour nicht einmal welche Caches wir überhaupt gemacht hatten. Denn ich habe ja das GPS in der Hand und sage einfach nur was Sache ist und wo es lang geht.

Wie heißt es so schön: Früher war alles besser, Back to the Roots!

8 Kommentare zu “Colorado für Masse statt Klasse”

  1. NoobNader sagt:

    Moin, also ich lese immer noch fast alle Beschreibungen der Caches, die ich auf dem XDA habe. Da kann ich die auch gut lesen, fast so wie im Internet, mit allen Bildern, Formatierungen, usw. Aber ich habe ja auch die Beschreibungen (auf dem XDA) und die Koordinaten (auf dem eX500) voneinander “getrennt”. Da kann ich dann auch mal der Freundin das GPS oder den XDA in die Hand drücken, dann ham beide was davon…

  2. eldersign sagt:

    Endlich das passende Argument, sich mal nicht die neueste Technik zu kaufen. Obwohl, bei meinen Geko muss ich die Koordinaten noch händische eingeben, über 3 Tasten und Drop-Down-Menüs. Das ist eingentlich schon zuviel des guten (alten).

  3. Jens sagt:

    @eldersign:stimmt … von hand eingeben … das hatte ich schon ganz verdrängt :-) ich hatte langezeit ins etrex alle caches von hand eingegeben, bis ich ma gemerkt hatte dass man die auch per usb übertragen kann … jaja, das warn noch zeiten. Da hatte ich Anja alle Ausdrucke in die HAnd gedrückt und gesagt sie soll ma alle caches eingeben :-)

  4. NoobNader sagt:

    @eldersign: stimmt, man muß nicht jedem neuem Gerät hinterher rennen… ich werde mir erst was Neues holen, wenn der eXplorist seinen Geist aufgibt… und was es dann sein wird, weiß ich nicht, wer weiß, was dann alles auf dem Markt ist…

  5. glod sagt:

    Moin auch!

    Ich halte es auch wie NoobNader (schönen Gruß von hier). Die Beschreibungen ziehe ich mir als Pocket Pocket Query (ja, zweimal Pocket ;-)) auf mein Handy (Nokia mit S40 BS). Da sind sie auch gut lesbar und die Koordinaten liegen auf dem ex500. Mehr Komfort brauche ich nicht: man muss nicht die Koordinaten manuell eintippen und auch kein Papier zum Cachen verbraten und mitschleppen, also ökonimisch und ökologisch.

  6. Carsten sagt:

    Tradis werden bei uns mit dem Colorado wie beschrieben gehandelt.
    Alle anderen Cacheformen lassen sich auf dem Colorado schlecht darstellen und selbst mit Cachewolf auf PDA habe ich so meine liebe Mühe. Folglich werden Multi und Co. noch immer auf Papier gedruckt und somit auch gelesen (auch und gerade von meiner Frau, die bei den kleinen Displays auch immer “abgehängt” ist und sich dann auch lautstark meldet, wenn ihr der Sinn im Suchen verloren geht.

  7. Neheimer sagt:

    Es gibt auch den umgekehrten Fall. Da mein GPS eben die Beschrebungen nicht speichert, drucke ich sie halt aus. Hier im Sauerland gibt es immer mehr Cacheserien. 5-8 Tradis, statt eines vernüftigen Multis. Da wäre ich froh die Beschreibungen auf dem GPS zu haben um nicht wegen einer kleinen Info den Text auszudrucken. Klar könnte ich mir auch den Info teil rauskopieren, aber dann artet das ganze in noch mehr Arbeit aus und diese Zeit investiere ich lieber in Cachen.

  8. Ungeschickt nur, wenn man sich eine Route vornimmt und plant – und dann entwickelt sich die Sache aufgrund von Staus oder Überschwemmungen kurzfristig doch noch ändert. Oder wenn man im Urlaub mehr/anders Zeit hat.

    Also, ich habe bisher 3 x gedacht: Wenn Du jetzt alle Caches dieser Region dabei hättest…!

    Denn bei mir ist noch “gute alte Zeit” :)

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