Internet im Wald. Produkttest: FONIC Surfstick

Schon seit geraumer Zeit bin ich auf der Suche nach einer brauchbaren Lösung beim Geocachen “mal eben” mobil ins Internet gehen zu können. Sei es weil ich kein Spoilerbild mit habe oder nur überprüfen will ob der Cache nicht mittlerweile schon disabled wurde. So vielfältig hier auch die Lösungsansätze sind, so groß sind auch die Preisspannen. dies reicht von kostenlosen WLAN Hotspots bis zur UMTS Flatrate mit dem Handy.

Genau für letzteres habe ich mich entschieden. Denn mein Notebook habe ich auf größeren Touren immer dabei und das Handy steckt eh immer in der Hosentasche, warum also nicht beides verbinden um damit im Wald ins Internet zu gehen. Leider stießen meine Recherchen recht schnell auf hohe Kosten, da man in der Regel immer eine Monatsflaterate bei den anbieter abschließen muss. Dies kommt für mich leider nicht in Frage, da ich vor allem sporadisch nur Geocachen gehe und vor allem noch sporadischer dabei ins Internet will.

Schnell bin ich dann auf das Angebot von FONIC aufmerksam geworden mit ihrem Surfstick. Das Set besteht aus einem UMTS USB-Stick und einer SIM-Karte. Das Preismodell basiert auf einer 24-Stunden Flatrate für 2,50 Euro.

 

Zu Testzwecken habe ich mir einen dieser Surfsticks von FONIC besorgt. Der Stick hatte “damals” 89 Euro gekostet, mittlerweile wurde der Preis aber auf 99 Euro erhöht, dafür bekommt man aber 5 tage gratis surfen (5 * 2,5 Euro = 12,5 Euro), was unter dem Strich also günstiger ist als vorher.
Die Hardware des gbundles machte ienen recht guten Eindruck. Stick, Handbuch, SIM Karte und sogar ein USB-Verlängerungskabel. Der Surfstick ist das Modell Huwei E160 und hat neben dem herausnehmbaren Slot für die SIM Karte auch noch einen zusätzlichen slot für Micro SD Karten und sogar einen Minianschluss für eine Externe Antenne (was durchaus brauchbar sein kann im Wald). Die Preise bei Amazon für Huawei UMTS-Sticks liegen  zwischen 89 Euro und 219 Euro. Somit also durchaus ein Schnäppchen die FONIC Variante. Dadurch dass die SIM Karte auswechselbar ist, können alternativ also auch andere Netzbereiber genutzt werden (was ich jedoch nicht getestet habe. Das Einlegen der SIM Karte in den Stick geht eigentlich recht einfach durch den herausziehbaren Halter, leider aber sind die Seitenblenden für den Antennenansschluss und den Cardslot etwas mikrig geraten.

Die Installation gestalten sich so einfach wie simpel. Der UMTS Stick muss nur in einen USB-Slot in den Rechner gesteckt werden und es beginnt automatisch die Installation der Einwahlsoftware, welche auf dem Stick gespeichert ist. Großer Vorteil, denn wenn man den Stick auf anderen Systemen zum laufen bringen will muss man nicht immer eine zusätzliche CD mit der Software dabei haben, sondenr es genügt der reine Stick auf dem alle benötigten Daten vorhanden sind.
Die Installation benötigt 33 MB, eine Änderung des Installationspfades ist leider nicht möglich, weshalb es immer im Pfad “C:ProgrammeMobile_Partner” gespeichert wird. Änderungen an der Windows-Regestry werden von der Installationsroutine nicht vorgenommen (was natürlich das spätere Entfernen der Software wieder erleichtert).

Nach der Installation der Software geht es an die Freischaltung der SIM Karte. Hierfür bietet FONIC zwei Möglichkeiten. Zu einem die Freischaltung über die Internetseite und zum anderen direkt per Telefon. Der wesentliche Unterschied hierbei liegt in der Freischaltungszeit, denn während die SIM Karte bei der Onlineregistrierung bereits nach maximal 5 Stunden freigeschalten ist, so kann dies bei der Telefonfreischaltung bis zu 24 Stunden dauern.
Aber da es sich ja um ein Test handelte und so ziemlich jeder ein Onlineformular ausfüllen kann, habe ich mich für die Telefonfreischaltung entschieden. Los ging es mit den üblichen Fragen wie Name, Adresse, Email, etc. Interessanter wird es dann schon wenn es an die Fragen für die Bankverbindung geht, denn diese gebe ich eigentlich eher ungern her. Leider führt kein Weg daran vorbei und man willigt automatisch ein, dass FONIC alle Beträgeper Bankeinzug vom Konto abbuchen kann. Was ich ebenfalls nicht beonders prickelnd finde, da ich so immer erst auf meinem Bankkonto überprüfen muss was FONIC so alles abbucht. Am Ende willigt man automatisch ein, dass direkt 10 als Guthaben abgebucht werden und man hat sogar die Wahl ob dies automatisch jeden Monat passieren soll. Dies finde ich ebenfalls keine besonders gelungene Lösung, aber man zum Glück sein Guthaben immer zum Quartalsende auszahlen lassen.

Das Gesamte Freischaltungstelefonat dauerte 10:38 Minuten in denen ich von der Computerstimme durch so einige Frageblöcke geleitet wurde. Die Freischaltung der SIM Karte dauerte bei mir länger als 24 Stunden, womit ich aber eigentlich schon fast gerechnet hatte, denn einige antworten hätten die nur dann richtig ins System eingeben können, wenn ich sie richtig buchstabiert hätte … was ich natürlich nicht gemacht hatte. War ja auch schließlich nicht verlangt und ich wollt es den FONIC Mitarbeitern nicht zu einfach machen.

Sehr cool fand ich jedoch wie FONIC auf diese Verzögerung bei der Freischaltung reagiert hat. Denn als Entschuldigung wurden mir zusätzlich 5 Euro auf meinem Guthabenkonto gut geschrieben (was soviel heißt wie 2 Tage mehr gratis surfen). Thumbs up! Damit hatte ich echt nicht gerechnet, dass FONIC so kulant ist.

Nach der Freischaltung der SIM Karte kann es auch schon losgehen mit dem mobilen Surfen.  Wie die Installation gestaltet sich auch die Software selbst so einfach wie simpel. Es wird lediglich zu jedem Start des Programms nach der PIN der SIM Karte gefragt (daher sollte man auch im Outdoorbereich immer die kleine Infokarte dabei haben auf der alleNummern stehen) . Es sind keine Einstelleungen oder Konfigurationen nötig, es genügt ein Klick auf den “Verbinden” Button und schon geht es los. Das Programm bietet eine Statistik in der man die aktuelle Geschwindigkeit und alle Transferierten Datenmenge sieht (was nicht ganz unwichtig ist, denn die Tagesflat für 2,50 Euro beinhaltet 1 GB Traffic, was aber dicke reicht wenn man es nur sporadisch und nicht als Hauptinternetverbindung nutz). Desweiteren hat das Programm noch ein Adressbuch und eine SMS Verwaltung (es handelt sihc ja um eine ganz normale SIM Karte mit einer eigenen Handynummer, daher kann es auch zum versenden von SMS verwendet werden) und einer Guthabenverwaltung (Abfrage und Aufladen).

Das Einwählen ging innerhalb von 3 Sekunden, dann stand auch schon die Verbindung.  Das System zeigt einem zwar an dass man mit 3,6 Mbit verbunden ist, aber beim “rumsurfen” waren die Wartezeiten doch erheblich länger als bei einem Kabelinternet mit 3 Mbit. Rein technisch und theoretisch wären sogar doppelt so hohe Geschwindigkeiten mit Hoawei Sticks möglich, aber die Realität sieht hier natürlich wieder ganz anders aus! Dennoch reicht es um sich mal eben eine eine Pocket Query zu generieren oder über die Google Maps Karte zu schauen (wobei hier aber die Wartezeiten schon ziemlich erhöht sind).

Sehr interessant ist ist hierbei übrigens der Stick selbst! Vor dem Einwählen blinkt auf dem Stick etwa eine grüne oder eine blaue LED.  Grün bedeutet dass nur das normale langsame GPRS Handynetz zur Verfügung steht, blinkt jedoch die blaue dann stehen die schnelleren Netze UMTS undHSDPA zur Verfügung. Nach dem einwählen leuchtet dann die LED durchgehen, grün steht dann für GPRS, blau für UMTS und grünblau für das schnellere HSDPA.

Die ersten Verbindungstest hatte ich im urbanen Gebiet Heilbronn gemacht, wo zwar immer die schnelleren Netze zur Verfügung standen, aber leider war die Verbindungsstabilität nicht besonders gut. Im Schnitt ist die Verbindung nach spätestens 10-15 Minuten abgebrochen. Das nervige daran war eher dass dies vom System nicht angezeigt wurde (man merkt es nur daran dass auf einmal die Seitenaufrufe nicht mehr gingen) und was noch viel ärgerlicher war, dass man jedesmal neu auf den Button “Verbinden” klicken musste.

Fazit:
Der FONIC Surfstick ist eine wirkliche Empfehlung für die Geocaching-Ausrüstung, vorausgesetzt man hat auch ein Notebook dabei. Der Stick selbst liegt mit 89 Euro (bzw mittlerwiele 99 Euro) noch im Rahmen der Alternativprodukte und auch die Tagesflatrate für 2,50 Euro ist ein sehr faires Angebot. Größere Probleme oder Schwierigkeiten konnte ich bisher keine feststellen, lediglich der Ausbau des UMTS Netzes in Deutschland könnte etwas störend sein. Ich hoffe aber mal dass in den nächsten Monaten und Jahren das Netz auf nahezu 100% ausgebaut werden kann, denn dann ist man wirklich komplett unabhängig vom Standort!

6 Kommentare zu “Internet im Wald. Produkttest: FONIC Surfstick”

  1. Ruhrcacher sagt:

    Vielen Dank für deinen ausführlichen testbericht.
    Mit diesen USB-Sticks + tagesflat habe ich mich auch schon bepasst. Das Angebot von FONIC kannte ich aber noch nicht.
    Halte uns doch mal auf dem laufenden, ob das wirklich das Gelbe vom Ei ist.

  2. Ich nutze für “schnelle Spoiler” meinen Nokia Communicator (mit Internetflatrate). Jedoch musste ich feststellen, dass immer dort, wo ich die Hilfe einer Online-Recherche am dringendsten gebraucht hätte, kein Empfang war. Gar keiner :(

    Aber hei, Caching ist eben ein Abenteuer :)

  3. Markus sagt:

    Die Freischaltung der Karte war bei mir nach 10 Minuten erledigt, allerdings hat Fonic zur Zeit wohl Probleme: An den letzten beiden Tagen wurden mit je 10 Euronen berechnet, für je 2-3 Stunden surfen. Der Kundenservice spricht von technischen Störungen, ich sei nicht der einzige Betroffene.

    Was die Netzabdeckung angeht, wie sind Deine Erfahrungen? Ich kann mein Notebook wegen Akkudefekt nicht draußen nutzen, und ein UMTS-Handy mit halbwegs gescheiter Anzeige der Webseiten habe ich (noch) nicht. Aber O2 soll ja in der Netzabdeckung nicht so berauschend sein…

  4. Fufu sagt:

    Ist echt klasse das Ding , hab ich mir auch geholt. Kann ich nur empfehlen. Habe ne 2GB Karte eingesetzt und hab so nen mobilen Zugang und auch nen Speicherstick imer dabei. Leider muss die Software installiert werden um den Speicherstick nutzen zu können. Sonst alles in Allem echt klasse. Gruss Jörg !

  5. Hi,
    super Artikel! Hast aber recht, Fonic ist mit dem O2 Netz nicht überall optimal erreichbar. Allerdings denke ich nicht das das UMTS-Netz in Deutschland mit einer 100%igen UMTS und HSDPA Abdeckung ausgestattet wird. Habe hier ein paar Karten der 4 Netzbetreiber, auf denen man sehr gut den zurzeitigen Ausbau erkennen kann. Empfehlenswert vor jedem Kauf!!!

  6. Ups Karten-Link vergessen, verzeiht mir.
    http://freeconnect.de/verfuegbarkeit-umts/
    Hoffe war noch nicht zu spät, der ist wirklich hilfreich!

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