Premium only für Bunkerwälder

Mittlerweile ist eine doch recht interessante Diskussion losgebrochen, bzgl. Premium only Cache und was die Beweggründe der Owner  die eigenen Caches so zu deklarieren. Ich selbst bin kein Fan von Premium only Caches und verstehe auch nicht unbedingt alle Begründungen der Owner, jedoch hat mich eine Mail von treemaster & espontas erreicht, was speziell die Bunkerwaldcaches angeht, an denen wir unsere Logprobleme hatten:


Auch wenn die Bunker gesprengt sind und eigentlich herrenlos im Wald verkommen, sind sie doch “Eigentum” des Landes und stehen unter Überwachung. Nach dem Theater mit den gefakten Koordinaten am Bodensee, die alle im Ried (Naturschutzgebiet) angesiedelt waren, und dem direkten Kontakt vom BUND an GS wurden einige offizielle Stellen hellhörig und haben angefangen zu suchen…. aus diesem Grunde wurden die Bunker und einige andere Caches “mal eben schnell” umgestellt um sie von der “öffentlichen” Karte verschwinden zu lassen.

Anbetracht dieser Tatsache ist es zwar sinnig die Caches im “Premiumbereich” zu verstecken, damit Koordinaten und Beschreibung nich öffentlich sichtbar sind, andererseits: Macht man sich strafbar wenn man diese Caches sucht? Fällt das nicht unter Hausfriedensbruch? Schließlich gehört das Gelände ja dem Land und die wollen ja ganz offensichtlich nicht dass man es betritt.
Ich bin jetzt kein Fachmann für Fragen des Rechts, aber wenn dem wirklich so sein sollte, kann man das eigentlich nicht gut heißen und ich meine auch dass auch hier die Groundspeak Guidelines etwas dagegen haben.
(jaja, ich weiß, jetzt kommen gleich wieder die ganz großen Pioniere mit “Du musst die Caches ja nicht machen. Es zwingt dich ja keiner dazu”)

7 Kommentare zu “Premium only für Bunkerwälder”

  1. jha sagt:

    Ich glaube nicht, dass laienjuristische Betrachtungen des Themas irgendeinen Erkenntnisgewinn bringen.
    (Außer, eben diese Einsicht selbst.)

    Abgesehen davon ist auch nicht das Listing bei gc.com das Problem, sondern die Karte bei geocaching.de, die Koordinaten auch ohne Login liefert. Damit ruft man eben jede Menge Leute auf den Plan, die sich gerne extrem zuständig fühlen möchten, selbst wenn sie das bei genauerer Betrachtung nicht direkt sind.

  2. hmichel777 sagt:

    Jedes Grundstück gehört irgendwem – egal ob Bund, Land, Kommune.

    Sobald der Eigentümer erkennbar macht, dass das Betreten nicht erwünscht ist, handelt es sich im Zweifelsfall wohl auch um Hausfriedensbruch – aber welcher Richter will einen da ernsthaft verurteilen, wenn man zur Begründung anführt, man habe Tupperdosen gesucht? Das wird doch allenfals als “grober Unfug” abgetan und wegen Geringfügigkeit eingestellt. Lediglich der Owner der Dose geht ein etwas größeres Risiko ein, weil er ja dazu auffordert (wenn auch indirekt) das jeweilige Grundstück ggf. unerlaubt zu betreten.

  3. radioscout sagt:

    Glaubt hier wirklich einer, daß die “zuständigen Stellen” sich keinen Premium-Account einrichten können? Das es keinen gibt, der denen die Koordinaten gibt?

    Und was soll passieren, wenn die herauskriegen, wie die Caches bewußt vor ihnen versteckt werden? Und wenn Groundspeak erfährt, daß die Funktion, die zum Schutz vor Muggels dienen soll zum tarnen illegaler Caches verwendet wird?

  4. Markus sagt:

    Anderes Beispiel: Hier im Ruhrgebiet, in Oberhausen, scheint ein “Cache-Marder” sein Unwesen zu treiben. Insbesondere Tradis verschwinden kurz nach der Veröffentlichung, teilweise schon vor dem FTF-Log. Auch wenn die Dosen dann ersetzt sind, verschwinden sie ebenso schnell wieder.

    Die Owner gehen jetzt auch dazu über, die Caches als Premium only zu deklarieren. Denn hier liegen die Dosen im Wald, an Feldrändern oder sonstigen Standard-Verstecken, legal und ohne Haus- oder Landfriedensbruch.

  5. Neheimer sagt:

    Das mit dem höheren Risiko für Owner ist klar. Wenn ein Cache in einem eingezäunten Gelände liegt, fordert der Owner indirekt zum Hausfriedensbruch auf. Allerdings wenn nur an einer Stelle der Zaun fehlt und keine Schilder das Betreten verbieten, ist das vermutlich kein Hausfriedensbruch mehr. Erst recht nicht wenn es sich um offensichtliche Bauruinen handelt. ;-)
    Also nicht bange machen lassen.

  6. -jha- sagt:

    Nachdem wir jetzt wissen, dass in Bayern nach dortigem Waldgesetz generell verboten ist, irgendetwas (auch “keinen Müll”) zurückzulassen oder zu hinterlegen, ist dort jeder Cache im Wald mindestens eine Ordnungswidrigkeit..

    (Wir können natürlich auch sagen, dass das mit den Caches in der Natur sowieso viel zu gefährlich ist und lieber Leitplankenmicros suchen….)

  7. Dicker Bub sagt:

    Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung: § 123 Abs. 1 Strafgesetzbuch: “Wer [...] in das befriedete Besitztum eines anderen [...] widerrechtlich eindringt, [...] wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.” Befriedet muss es sein, das Grundstück. Also entweder ein Zaun, eine Hecke oder sonst irgendetwas, das es von anderen deutlich abgrenzt.

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