Kommerzielle Caches auf dem Vormarsch

Da lobt man noch die Reviewer, was sie eigentlich für eine tolle Arbeit machen und so wie man sich umdreht schalten sie sowas frei: GCV12NP! Über literarische Kunstgriffe wie “Der beste Truck wo ich meinem Opa gesagt hab wo er sich kaufen soll kauft er nicht lemich den Volvo FH16 700 mit 700 PS” will ich mich nicht mal beschweren und auch über seit-seid-Verwechslung kann ich drüber wegsehen (ich weiß, dass ich selbst spontane Legastenieanfälle in meinen Artikeln habe). Aber wie kann man einen Cache freischalten mit dem Titel “Spedition Tränkle”!?
Ich zeige hier nicht mal unbedingt mit dem Finger auf den Owner, denn ich habe ihn mal zufällig bei einem seiner Caches angetroffen und weiß, dass es noch ein blutiger Anfänger ist und die Guidelines noch nicht im Schlaf runterbeten kann wie unsere ü1.000-Found-Gurus. Aber als Reviewer sollte man doch wissen was die eigenen Vorgaben sind.

Ich vermag mich zu entsinnen, dass es da was in den Guidelines gibt, bzgl. kommerzieller Caches und ähnliches. Ok, die Diskussionen schaukeln sich gerade ziemlich hoch, bzgl des Garmin Events. Aber ich bin mir mehr als sicher, dass Garmin eine nicht grad kleine Geldsumme richtig Groundspeak fließen lässt, damit sie recht penetrant mit dem Sport Geocaching in Verbindung gebracht werden.
Aber warum wird ein Cache für so eine kleine ländliche Spedition freigeschalten!? Nugut, mich soll´s nicht stören. Ein Punkt mehr in meiner Statistik. Und wenn die Guidelines jetzt so ausgelegt werden, dann finde ich sicherlich mehr als eine Handvoll Unternehmen in der Region, die mir ein paar Euro dafür geben auch mit einem eigenen Cache mit Logo und Link im Internet vertreten zu sein.

Und wenn wir schon beim Thema sind, was sollen eigentlich diese großen und kleinen E und L Caches!? Nennen wir das Kind beim Name, es sind Caches für Lidl und Edeka! Diese Unternehmen haben zwar nichts mit Geocachen am Hut und geben Groundspeak unmengen an Gelder dafür, wie andere (*Richtung-Garmin-guck*) aber es sind und bleiben kommerzielle Caches! Aber auch hier scheinen die Reviewer wieder ein Auge zu zudrücken.

“www.get-a-cache-for-your-company.com” wär noch frei. 5 Euro für nen Tradi. Bei Multis 3 Euro pro Station. Bei Mysterycaches 10 Euro pro Schwierigkeitsstern. Wer also für seine Firma einen eigenen Cache will, ich habe noch ein paar Filmdosen übrig :-)

12 Kommentare zu “Kommerzielle Caches auf dem Vormarsch”

  1. Gecko-1 sagt:

    Ich denke mal bei so einer Beschreibung ist es bestimmt nicht als Werbung anzusehen, höchstens als Negativwerbung.

  2. Ronni sagt:

    Das ist aber günstig!
    Dann hätte ich gerne 3 Multis á 10 Stationen, ne Tüte Tradis und nen schicken 5 Sterne Mystery!
    Als wir unsere Tour im Rhein- und Münsterland gefahren sind, haben wir auch eine Serie erwischt, die sich “Günstig Einkaufen” nannte. Meistens Nanos bei Lidl, Aldi und Co. Der Sinn hat sich uns nicht wirklich erschlossen, die Punkte haben wir aber gerne mitgenommen… ;) In unserer Gegend habe ich sowas zum Glück noch nicht gesehen. Dafür werden hier Blitzer verdost – viel besser ist das auch nicht… ;)

  3. Schrottie sagt:

    @Ronni: Naja, bedoste Blitzer haben eben halt den Vorteil das der gemeine Punktejäger hier beim Cachemobil eher auf die Bremse tritt als aufs Gas, das kann eine Menge Geld sparen. ;)

    Und was eben den Sinn oder Unsinn solcher “Serien” betrifft, der erschließt sich halt selten. Ob man nun am Cache günstig einkaufen kann oder wie bspw. in Nordhessen eine Notrufsäule findet – beides irgendwie Unfug. Den Discounter findet man auch so und eine Notrufsäule braucht man auch nicht, schließlich schleppt man beim Geocachen milliardenschwere US-Militärtechnik und mindstens ein Handy mit sich herum.

    Aber wenn jemand solcherart sinnlose Seiren legen will, soll er doch, hauptsache ist dann eben nur, das damit nicht zu nahe an die wirklich schönen Orte gegangen wird.

    Back2Topic: In diesem ganz speziellen Fall dreht sich zwar tatsächlich alles um eine bestimmte Firma, aber den werbenden Aspekt kann man nicht wirklich erkennen. “Das Menschlein” erweckt eher Mitleid und will mit Sicherheit keine Kunden für die Spedition werben. Aber richtig, lässt man das eine zu, dann muß konsequenterweise auch das andere zugelassen werden und das will man dann wieder nicht. Also logge doch einfach einen SBA mit der entsprechenden Begründung, fertig.

  4. Lavinia sagt:

    Laut seiner Antwortnote: “und der hat keine Rechtschreibfehler erkant” – und er selber wohl auch nicht…

    Hier ist der Reviewer anzuzweifeln, und zwar stark. Schließlich bestimmen die Reviewer, dass kein Mist durchgehen darf. Schon zumal die “Richtlinien” praktisch jeden Müllhaufen erlauben, und das reisst das Niveau vom Geocaching.com immer tiefer unter das Niveau von anderen , strenger moderierten Sites… da hat der Reviewer einzugreifen, dass man nicht eine Gebrauchtkondomsammlung als Cache presentiert bekommt…

    LG Lavinia

  5. DasBoenni sagt:

    Die dritte Note im Listing ist ne ordentliche Ladung Öl für den GCVote Thread, der gerade im grünen Forum brennt :D

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Reviewer den Spaßfaktor des Textes mal über das nicht unbedingt vorhandene kommerzielle Interesse gestellt hat ;)

    Gruß
    DasBoenni

  6. markus sagt:

    Für umgreifenden Kommerz bei geocaching.com ist dieses Cache-Listing ja wohl kein gutes Beispiel. Das grenzt ja schon eher an Satire oder ein Troll-Posting, wenn man sich die Notes anschaut.

    Beste Maßnahme: möglichst ignorieren – vielleicht sollte Groundspeak mal neben der Watchlist über eine Ignore-List für Caches und Owner nachdenken.

  7. JensHN sagt:

    @Ronni: Bedoste Blitzer sind ja mittlerweile schon keine Seltenheit mehr. Bei uns haben die ersten Blitzer auch schon eigene Caches.

    Wenn schon Blitzercache, dann doch bitte nur also Fotolog. Und zwar Originalfoto vom Vogelkasten! :-)

    @Schrottie: Dafür muss man nicht bis Nordhessen um zu bedosten Notrufsäulen zu kommen, denn nur wenige Meter weiter vom tollen neuen “Spedition Tränkle Cache” steht so eine :-)

    Sinn und Unsinn dieser Serien hängt immer ganz davon ab, was der Owner daraus macht. So habe ich z.B. selbst auch eine recht häufig angefahrene Tankstelle an einer Autobahnausfahrt bedost. An und für sich nichts spektakuläres. Logbedingung ist jedoch, dass man den aktuellen Tagespreis mit in den Log schreibt. Dadurch ergibt sich eine interessante Historie und Dokumentation der Preisschwankungen.
    Ich weiß, der Brüller ist das jetzt auch nicht, aber immer noch besser als wenn ich die Dose einfach an eine Zapfsäule geklemmt hätte, damit man beim tanken nicht mal suchen muss.

    “den werbenden Aspekt kann man nicht wirklich erkennen” Muss man erst das aktuelles Tagesangebot mit in die Beschreibung aufnehmen, damit es als kommerzieller Cache erkannt wird!? Es wäre ja jetzt ok gewesen, wenn diese Firma historisch gesehen wichtig für die Region gewesen wäre, wenn sie irgendwas wichtiges oder tolles geleistet hätte, wenn dort vielleicht historische oder interessante Sachen zu sehen wären, aber so ist es einfach nur eine Firma mit ner Dose vor der Tür.

    Ich werde sicherlich kein SBA oder andere Comments direkt zum Cache loggen. Denn erstes heißt es dann, dass man sich gleich als selbsternannte Geocachpolizei aufführt und desweiteren ist es einfach die Aufgabe der Reviewer solche Caches von Anfang an erst gar nicht freizuschalten.
    Ich stelle es dann lieber im Blog zur Diskussion und winke mit einem Zaunpfahl Richtung Reviewer. Ob er dann seine Entscheidung ändert oder ob ihn allgemeine Meinungen interessieren ist dann sein Bier.

    @Lavinia: Eigentlich empfand ich dies immer als großen Pluspunkt für Groundspeak, dass die Caches vorher einer allgemeinen Kontrolle unterzogen werden, bevor sie online gestellt werden. Dies ist viel Arbeit und kostet eine menge Zeit, aber dies kann (wenn man es denn richtig macht) das allgemeine Niveau der Caches recht hoch halten.
    Aber von diesen Tugenden ist Groundspeak wohl abgekommen und schaltet im Endeffekt alles frei, vor allem wenn auch noch Gelder fließen (z.B. von Garmin).

    @markus: Ob nun Kommerz-Cache oder Troll-Cache, beides hätte ein Reviewer nicht freischalten dürfen/sollen.

  8. TandT sagt:

    Das Bemerkenswerte daran ist, daß viele etwas dazu zu sagen haben, aber niemand den Arsch in der Hose hat, einen SBA zu loggen… #feige

  9. JensHN sagt:

    @TandT: Das hat mit Arsch in der Hose nichts zu tun. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass ein Reviewer einen Cache nach besten Wissen und Gewissen freischaltet, von daher werde ich seine Entscheidung nicht anzweifeln. Aber ob ich jetzt der selben Meinung bin ist eine ganz andere Geschichte.

  10. Schrottie sagt:

    @JensHN: Auch Reviewer sind nur Menschen und somit nicht unfehlbar. Ergo jetzt SBA, dann hat das vielleicht ein Ende und der arme Kerl auch zukünftig noch Spaß am Geocaching. Denn so wie diese “Sau jetzt gerade durchs Dorf getrieben” wird trifft es eh nur den falschen. Vielleicht ist der Owner ja tatsächlich an Legasthenie erkrankt, ihn dafür zu verurteilen wäre falsch, ebenso wie es falsch ist ihm jetzt einen offensichtlichen Anfängerfehler nachzutragen und ihn zum Negativbeispiel mit Spaßfaktor zu machen.

  11. helixrider sagt:

    Schaut Euch doch die Dose vor Ort mal an. Wenn sie als Tradi ohne die Beschreibung durchginge, dann ist das ein Beispiel für die Cacherstreuung und keinen SBA wert.

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